10 aktuelle Tipps zur Pferdefütterung

 (nick) Hohe Futterkosten durch gestiegene Kraftfutterpreise und schlechte Heuqualitäten sorgen für Missstimmung bei vielen Pferdehaltern. Mit ein paar einfachen Tipps zur Fütterung kann nicht nur Geld eingespart werden sondern auch das Wohlbefinden der Pferde verbessert werden. Ein gesundes Pferd hilft ebenfalls Geld sparen. Hier nun 10 Tipps rund um die Fütterung im Winter.

  1. Maximale Aufnahme von Raufutter in der Ration

Pferde benötigen einen bestimmten Mindestanteil von strukturiertem Raufutter in Form von Heu oder Stroh. Normalerweise wird Heu verfüttert. Davon sollte das Pferd 1 kg  je 100 kg Lebendgewicht je Tag bekommen um die Verdauungsvorgänge ohne Probleme aufrecht zu erhalten. Für Pferde die nicht täglich oder gar nicht gearbeitet werden kann die Heuration erhöht werden. Mit dem erhöhen der Heuration kann die Kraftfutterzuteilung verringert werden. Da Heu in der Regel billiger ist als Kraftfutter kann hier der Geldbeutel entlastet werden. Die Ration sollte vorher mit einem Fachmann überarbeitet werden um sie gegebenenfalls mit Mineralien und Vitaminen zu ergänzen.

   

  1. Heu muss Schimmel und Staub frei sein

Das Heu für Pferde muss frei von Schimmel und Staub sein. Durch Schimmelsporen können Allergien ausgelöst werden. Staub und Schimmel bereiten Probleme im Atmungssystem, die den Einsatz des Pferdes einschränken und oft den Tierarzt auf den Plan rufen. Hier sollte rechtzeitig auf die Qualität des Heus und des Strohs, für dieses gilt natürlich auch kein Schimmel und kein Staub, geachtet werden. Gerade die Ernte 2007 bringt in diesen Punkten Probleme für viele Betriebe. In vielen Regionen konnte keine gute Ernte eingefahren werden, die den eigentlichen Ansprüchen unserer Vierbeiner entspricht.

  1. Heu nicht vom Boden füttern

Die Verwendung von Heuraufen verhindert gerade in der Offenstallhaltung die Verschwendung von Heu. Wird das Heu auf den Boden geworfen geht rund   20 % durch Verschmutzung verloren. Das Heu dient dann oft als Einstreu und wird von den Pferden nicht mehr gefressen. Dieser Verlust von Heu geht natürlich zu Lasten der Futterrechnung. Die Neuaufnahme von Parasiten wird bei der Bodenfütterung ebenfalls erhöht.

  1. Fütterungsempfehlungen lesen

Industriell hergestellte Futtermittel sind mit Fütterungsempfehlungen ausgestattet um den Einsatz des Futters zu beschreiben. Ein richtiger Einsatz verhindert eine Über- oder Unterversorgung der Pferde.

  1. Füttern nach Gewicht und nicht nach Volumen

Viele Pferdebesitzer füttern nach Becher, Schaufel, Liter oder Eimer Einteilung. Das Kraftfutter hat je nach seiner Zusammensetzung ganz unterschiedliches Gewicht. Pellets sind in der Regel schwerer als Müsli, Hafer hat ein sehr unterschiedliches Hektolitergewicht und gewalzter Hafer ist noch leichter. Dadurch lässt sich ein Pferd nicht mit jedem Futter mit der gleichen Menge füttern. Jedes Futter sollte vor dem Einsatz ausgewogen werden um es dem Bedarf entsprechend einzusetzen. Durch falsche Mengen können Verdauungsprobleme entstehen. Das Auswiegen bringt Sicherheit im Einsatz der Menge und kann zu Einsparungen im Futterverbrauch führen.

  1. Heu zur freien Verfügung

Pferde grasen 70 – 75 % des Tages, dabei nehmen sie oft kleine Mengen an Futter auf. Auch im Winter kann man diesem natürlichen Verhalten entgegenkommen indem man den Pferden Heu zur freien Verfügung anbietet. Die Pferde fressen immer wieder kleine Portionen, haben keine Langeweile und die Gefahr von Verdauungsproblemen ist geringer. Pferde gewöhnen sich sehr schnell an das ständige Futterangebot und stellen ihre Nahrungsaufnahme darauf ein.

Wichtig: Bei übergewichtigen Pferden muss das Angebot eventuell eingeschränkt werden

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  1. Futterwechsel langsam durchführen

Anstehende Futterwechsel sollten langsam durchgeführt werden damit das Pferd, in diesem Fall eher die Bakterien im Dickdarm, sich an den Wechsel gewöhnen kann. Ein Wechsel von Kraftfutter gleicher Machart ist dabei nicht so gefährlich wie zum Beispiel ein Wechsel von einem Pelletfutter auf Haferfütterung. Für einen solchen Wechsel sollte man rund 10 Tage einplanen und die Futter in dieser Zeit mischen. Ein schwierigerer Fall ist der Weidegang im Frühjahr auf frisches Gras.

  1. Kraftfuttermenge je Mahlzeit beachten

Die Verdauung des Pferdes ist auf große Mengen Raufutter ausgelegt. Konzentrierte Futter wie es die Kraftfutter darstellen sollten in einer Gabe nicht mehr als 0,5 % des Gewichtes des Pferdes sein. In der Praxis sollte nicht mehr als 2 kg Kraftfutter je Mahlzeit verfüttert werden um eine zu große Belastung des Verdauungstraktes mit Stärke und Zucker zu verhindern.

  1. Salz anbieten

Salzlecksteine sollten den Pferden ganzjährig zur Verfügung stehen. Um eine Verschwendung zu verhindern werden sie in entsprechenden Haltern angeboten. Es spielt keine Rolle welche Art von Salz es ist. Es besteht im Allgemeinen auch keine Gefahr einer Überversorgung, da die Pferde von Natur aus nur soviel davon fressen wie sie auch benötigen.

Wichtig: Junge Fohlen besitzen diesen Regelmechanismus noch nicht und es könnte sein, dass sie zuviel an den Salzlecksteinen knabbern. Also das Salz außerhalb der Reichweite der Fohlen anbringen.

  1. Das Pferd beobachten

Wie auch immer das Futterregime aussieht sollte es kontrolliert werden um sich sicher zu sein dass es funktioniert. Dies kann durch regelmäßiges Wiegen, ausmessen mit dem Maßband und anschließendem berechnen des Gewichtes nach Formel oder Body Condition Scoring geschehen. Nur auf das Auge sollte man sich nicht verlassen. Die Ration kann entsprechend dem Ziel angepasst werden. Wird zuviel gefüttert muss die überschüssige Energie durch zusätzliche Arbeit abgebaut werden. Fütterung nach Bedarf und Plan hilft unter Umständen Futter sparen.

 

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